{"id":111,"date":"2019-06-13T11:48:02","date_gmt":"2019-06-13T11:48:02","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.dramatikerinnenfestival.at\/2018\/?p=111"},"modified":"2019-06-13T11:48:03","modified_gmt":"2019-06-13T11:48:03","slug":"danke-dass-ihr-alle-da-seid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.dramatikerinnenfestival.at\/2018\/blog\/2019\/06\/13\/danke-dass-ihr-alle-da-seid\/","title":{"rendered":"Danke, dass ihr alle da seid!"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>\u201eDer Sprecher und die Souffleuse\u201c von\nMiroslava Svolikova, uraufgef\u00fchrt im Theater am Lend, ist eines von vielen\nSt\u00fccken, welches gestern den Auftakt zum diesj\u00e4hrigen Dramatikerinnenfestival\nin Graz gab. Eine Kom\u00f6die, die den Scheinwerfer des Theaters auf die\nunbekannten Figuren richtet.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von Cornelia Scheucher<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die\nVorstellung beginnt bald. Wir, also das Publikum, w\u00e4ren jetzt da. Doch was ist\nmit den Schauspielern los? Die sind nicht da. Stattdessen steht pl\u00f6tzlich die\nSouffleuse auf der B\u00fchne, denn sie, sie ist immer da. Und sie erz\u00e4hlt von einem\nLeben im Glaskasten, von Notizen am Rande und von Kaugummi. Und sie redet, und\nredet, und redet.<\/p>\n\n\n\n<p>B\u00fchne\nfrei f\u00fcr die Mitarbeiter \u2013 auf den Brettern, die die Welt bedeuten, die hier\nein schwarzer Boden, umrahmt von Vorh\u00e4ngen ist. Es geben sich unter anderem\nnoch der Sprecher, der Bote und ein verwirrter K\u00f6nig Lear die Klinke in die\nHand. Letzterer taucht alle paar Minuten auf und schreit oberk\u00f6rperfrei mit\nBlumenkrone auf dem langen wei\u00dfen Haar nach seinen T\u00f6chtern. Wer liebt K\u00f6nig\nLear am meisten? Der Sprecher versucht st\u00e4ndig das Publikum hinzuhalten, es\nm\u00f6ge doch bald losgehen, w\u00e4hrend der Bote immer wieder \u00fcber die B\u00fchne schleicht\nund mit dem Regisseur am Telefon abwechselnd streitet und Liebeszeilen\naustauscht. Als auch noch st\u00e4ndig das Licht ausf\u00e4llt, werden wir mit einem\nweiteren Mitarbeiter des Theaters bekannt gemacht \u2013 dem Haustechniker.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDer\nSprecher und die Souffleuse\u201c der preisgekr\u00f6nten Dramatikerin Miroslava\nSvolikova besticht bei seiner Urauff\u00fchrung unter der Regie von Pedro Martins\nBeja durch ein unaufgeregtes B\u00fchnenbild, welches jedoch durch Schattenspiele\nund Lautsprecherdurchsagen durchaus gro\u00dfartige Momente bekommt, und einer\nfabelhaften schauspielerischen Leistung. Die Personen hinter der B\u00fchne bekommen\nerstmals ihren gro\u00dfen Auftritt und d\u00fcrfen aus dem Schatten des Vorhangs treten.\nSie sind jetzt an der Reihe und anscheinend haben einige von ihnen schon l\u00e4nger\ndarauf gewartet \u2013 wie der Techniker, der sich in Reden \u00fcber den Strom erg\u00f6tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\ndurch und durch lustiges St\u00fcck, wobei zwischendurch Komik und Verzweiflung Hand\nan Hand gehen, wie am Beispiel des alten K\u00f6nigs zu sehen ist, der seiner Rolle\neinfach nicht entfliehen kann. Am Ende \u00fcberrascht das St\u00fcck mit einer Pointe,\nund der Applaus gilt pl\u00f6tzlich nicht mehr den Schauspielern- pardon\nMitarbeitern- sondern auch dem Publikum.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein\nsehenswerter Abend voller \u201aAha- Momente\u2018 und Fragezeichen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Sprecher und die Souffleuse\u201c von Miroslava Svolikova, uraufgef\u00fchrt im Theater am Lend, ist eines von vielen St\u00fccken, welches gestern den Auftakt zum diesj\u00e4hrigen Dramatikerinnenfestival in Graz gab. Eine Kom\u00f6die, die den Scheinwerfer des Theaters auf die unbekannten Figuren richtet. Von Cornelia Scheucher Die Vorstellung beginnt bald. Wir, also das Publikum, w\u00e4ren jetzt da. 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