Liebe Lot Vekemans, worüber müssen wir heute reden?

„Ich denke, dass eine der größten Herausforderungen für uns heutzutage ist, wie wir mit all den unterschiedlichen Glaubensrichtungen und Überzeugungen umgehen. Wir müssen über ihre immense Macht sprechen; wie diese Macht uns zerstören kann, wie sie uns heilen, wie sie uns spalten und auch vereinen kann. Würden wir anerkennen, wie unser Glauben und unsere Überzeugungen uns fesseln und versklaven können, wie sie unser Denken, unser Sprechen und Handeln definieren, dann könnten wir beginnen, uns loszureißen vom kollektiven Glaubenssystem, das uns dazu bringt, alles zu hassen und zu fürchten, was außerhalb dieses Systems existiert. Wir müssen über unsere eigene Rolle in diesem Prozess sprechen und darüber, wie wir – auf einer persönlichen Ebene – beitragen können zu einer Welt in der Glaube nicht länger ein unverrückbarer Ankerpunkt, sondern ein Anfang für (Selbst-)Suche und Fragen ist. Wir müssen darüber reden, wie wir dem Unbekannten begegnen können, bevor wir es ablehnen und verurteilen.“

Lot Vekemans ist eine niederländische Dramatikerin. Ihr Stück „Judas“ war in der vergangenen Spielzeit in 25 steirischen und Grazer Kirchen zu sehen. In der aktuellen Spielzeit sind 18 Vorstellungen geplant. Auch beim DRAMATIKER/INNENFESTIVAL Graz war „Judas“ in der Grazer St. Andrä Kirche zu sehen. Lot Vekemans persönlich konnte man bei der SCRATCH NIGHT treffen.


Dear Lot Vekemans, what are we need to talk about today?

„I think that one of our biggest challenges today is how to deal with all our different beliefs and convictions. We need to talk about their immense power; how it can destroy us and how it can heal us, how it can divide us and how it can reunite us. If we would acknowledge how our beliefs and convictions enchain and enslave us; how it has defined our way of thinking, talking and acting, then we could start to break free from the collective belief systems that makes us hate and fear everything outside that system. We need to talk about our own role in this process and how we can contribute – on a personal level – to a world in which beliefs are no longer used as fixed anchor points, but as starting points for (self)research and questions. We need to talk about how we can meet the unknown before rejecting and judging it.“

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